Schutzmaßnahmen für Risikogruppen bei KVB-Nutzung

An die
Vors. des Vorstandes der
KVB AG
Stefanie Haaks
Scheidtweiler Str. 38
50933 Köln

D/ Bürgermeister Andreas Wolter, Vors. des Verkehrsausschuss der Stadt Köln
     Bezirksbürgermeister Andreas Hupke, Köln-Innenstadt
     Andrea Blome, Beigeordnete für Verkehr der Stadt Köln
     Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Umwelt, Soziales und Senioren der Stadt Köln
     Runder Tische Seniorenarbeit Köln-Innenstadt

                                                                                                           Köln, den 15. Apr. 2020

Schutzmaßnahmen für Risikogruppen bei der Benutzung der KVB
Nutzung von KVB-Fahrscheinen auch bei der Taxi-Nutzung

Sehr geehrte Frau Haaks

die Seniorenvertretung Köln-Innenstadt hat sich in ihren letzten Sitzungen u.a. intensiv mit der Situation bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln durch Risikogruppen in Zeiten der „Corona-Krise“ befasst. Wir mussten dabei feststellen, dass die KVB derzeit in keiner Weise auf die Schutzbedürfnisse der Menschen vorbereitet ist bzw. diese auf die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in dieser besonderen Situation hinweist. Nachdem jetzt erkennbar wird, dass der „Ausnahmezustand“ in dem sich unser Land befindet noch lange andauern wird, fordern wir auch die KVB auf zu handeln und nicht weiter zu warten.

Vom Betreten der Haltestelle, dem Einstieg in Bahn und Bus, bis zum Verlassen der Verkehrsmittel und der Haltestellen sind keinerlei Hinweise oder Vorkehrungen zu erkennen, die die Nutzer vor Ansteckung schützen. Dieses ist gerade für ältere Menschen, die schon unter normalen Bedingungen die Nutzung der KVB als nicht besonders passagierfreundlich empfinden, schwer erträglich.

Wir fordern Sie daher auf, umgehend folgende Maßnahmen umzusetzen:

 

 

  • Ausreichende öffentlich erkennbare Hinweise auf die Vorsichtsmaßnahmen, die zu treffen sind, wenn man die KVB nutzen möchte
  • Aufstellen von ausreichenden Desinfektionsstationen, die von den Nutzern vor dem Besteigen und beim Verlassen der öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können, darüber hinaus häufige und regelmäßige Desinfektion aller Haltegriffe
  • Gewährleistung einer ausreichenden Durchlüftung der Fahrzeuge und der unterirdischen U-Bahnstationen
  • Strikte Kontrolle der Fahrgasträume und der Wartezonen an den Haltestellen, um den gebotenen Mindestabstand zwischen den Fahrgästen zu sichern.
  • Verbot des Stehens während der Fahrt
  • Sperrung von einzelnen Sitzplätzen, um direkte Nachbarschaft und damit mögliche Ansteckung zu vermeiden, Gewährleistung eines Mindestabstandes im Fahrgastraum
  • Höhere Taktzahl der Bahnen und Busse, um bei einem stark eingeschränkten Platzangebot das Fahrangebot zu gewährleisten

Darüber hinaus schlagen wir vor, dass für Risikogruppen die Benutzung von Taxen mit den Tickets der KVB ermöglicht wird. Zu den Risikogruppen zählen alle Mitbürger > 70 Jahre, Behinderte und Menschen mit besonderem Nachweis. Es ist auch zu prüfen, ob während der Dauer der Corona-Krise die Nutzung von Taxen durch die Risikogruppen kostenfrei erfolgen kann.

Gerade ältere Menschen sind aus den unterschiedlichsten Gründen auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Derzeit ist die Nutzung der KVB Busse und Bahnen nicht vertretbar. Um die Mobilität gerade dieser Gruppe zu gewährleisten (Besuche beim Arzt, Einkauf, Besuch von Ämtern etc.) müssen auch unkonventionelle Wege begangen werden.

Die von uns mit großem Interesse verfolgte Diskussion über das Marktverhalten der öffentlichen Verkehrsbetriebe auch in anderen Städten lässt uns zusätzlich befürchten, dass in Zukunft eine Abkehr von dem in den letzten Jahren zu verzeichnenden Trend einer größeren Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, festzustellen ist. Sollten die öffentlichen Verkehrsbetriebe nicht schnell und positiv reagieren, dann wird der Individualverkehr in den Städten wieder stark zunehmen.

Wir danken Ihnen bereits im Voraus für Ihr Verständnis für unsere Forderungen und sehen Ihrer zeitnahen Antwort mit großem Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüßen
Seniorenvertretung Köln-Innenstadt

Karl-Heinz Pasch (Sprecher)
Hans-Anton Meurers ( stellv. Sprecher)
Karin Will (Mitglied der SVK Köln-Innenstadt)
Maria Flöge-Becker (Mitglied der SVK Köln-Innenstadt )
Gudrun Kleinpass-Börschel (Sachkundige. Einwohnerin )
Dr. Herbert Mück (Seniorenvertreter a.D.)