Förderung der Telefon- und Interkommunikation zwischen Seniorinnen und Senioren (privat und innerhalb von SeniorenNetzwerken)

Antrag an die Verwaltung und den Rat der Stadt Köln

Die Seniorenvertretung Köln-Innenstadt beantragt, dass die Stadt Köln auf ihre städtische Tochtergesellschaft Net Cologne dahingehend Einfluss nimmt, dass ab sofort folgende Angebote an die älteren Menschen ab 60 Jahre (die zur sog. Risikogruppe zählen und die ihre Wohnungen nicht mehr verlassen sollen) und an die ehrenamtlichen Koordinator*innen der Seniorennetzwerke gemacht werden:

  1. Allen Kölnerinnen und Kölnern über 60 Jahre, die bereits NetCologne-Kunden sind oder es werden wollen, soll zwecks wirtschaftlicher Entlastung durch Net Cologne eine Flat-Rate zur Telefonie und zur Internet-Nutzung zu einem Preis von 10,– €/Monat angeboten werden. Dieses Angebot soll solange gelten, wie die von der Bundes- und Landesregierung und der Stadt Köln empfohlenen Ausgangsregelungen gelten. Über die Gebühr eines Anschlussvertrages muss bei Neukunden gesondert verhandelt werden.  Gleichzeitig sollNetCologne Kontakt zu anderen Telekommunikationsanbietern aufnehmen und diese für ein vergleichbares Vorgehen bei deren älteren Kunden gewinnen.
  • Net Cologne wird verpflichtet, für die Dauer der geltenden Ausgangsregelungen und Kontaktverbote für die ältere Generation, den in Köln eingerichteten Seniorennetzwerken jeweils einen kostenlosen Telefonkonferenzraum anzubieten. Dazu wird jedes Netzwerk einen sog. Moderator ernennen, der die Telefonkonferenzen organisiert. NetCologne wird durch die Stadt Köln angewiesen, für die Handhabung dieses Systems eine einfache Gebrauchsanweisung zu formulieren und diese nicht nur per Internet, sondern auch postalisch zur Verfügung zu stellen. Für diesen Zweck wird die zentrale Service-Stelle der Senioren Netzwerke NetCologne eine aktuelle Liste der Ansprechpartner in den Kölner Senioren Netzwerken zur Verfügung stellen.

Begründung:

Zu 1.)

In der augenblicklichen Situation, die sich voraussichtlich in den nächsten Wochen verschlimmern wird, leiden insbesondere ältere Menschen über zunehmende Vereinsamung und Kontaktschwierigkeiten. Dies betrifft zum einen die Kommunikation mit den Familien, Nachbarn und Freunden, aber auch den Zugang zu kostengünstigem Internet. Über ein entsprechendes preisgünstiges Angebot von Net Cologne soll zumindest älteren Netcologne-Kunden die Möglichkeit gegeben werden, ein Minimum an Austausch mit ihrem gewohnten Umfeld zu erhalten. Insbesondere für die Personengruppe innerhalb der älteren Generation, die schon jetzt in angespannten wirtschaftlichen Verhältnissen Leben (z.B. alleinstehende Rentnerinnen), muss die Möglichkeit geschaffen werden, weiter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Zu 2.)

In den letzten Jahren hat insbesondere die Stadt Köln sehr erfolgreich am Aufbau von sog. Seniorennetzwerken in den Stadtteilen mitgewirkt. Diese soziale Infrastruktur ist durch die Anordnung der Behörden weitgehend zum Stillstand gekommen. Um das soziale Miteinander zwischen den Menschen, die sich bisher in und über die Netzwerke ausgetauscht haben, auch während der häuslichen Isolation aufrechtzuerhalten ist es erforderlich Instrumente einzusetzen, die es ermöglichen, dass diese Gruppen auch außerhalb der bilateralen Kommunikation miteinander in Kontakt treten können. Dazu sollten zu festen Wochen- und Tageszeiten sog. Telefonkonferenzen eingerichtet werden, die über einen sog. Moderator je Netzwerk einberufen werden, zu der sich die jeweiligen Netzwerkteilnehmer einwählen können. Je nach Größe des Netzwerks sollen auch Unterkonferenzen zu Verfügung gestellt werden. Net Cologne sollte durch die Stadt Köln angewiesen werden, diese Infrastruktur für die Dauer der behördlichen Anordnungen für die ältere Generation kostenlos zu Verfügung zu stellen.

Dieses im Wirtschaftsleben seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzte Instrument, dass gerade auch jetzt in Zeiten der Corona-Krise als Mittel der Kommunikation von den Unternehmen genutzt wird, kann über diesen Weg auch für die Aufrechterhaltung der Netzwerkkommunikation genutzt werden. Über diesen Weg können leicht Informationen ausgetauscht werden, Hinweise auf Hilfsmöglichkeiten gegeben werden und bilaterale/nachbarschaftliche Kontakte erhalten bleiben.